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Nächste Schritte des Netzwerks

  • vor 3 Tagen
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„Keine Branche kommt ohne Digitalisierung aus“, sagt Andreas Poth auf der Mitgliederversammlung des FADZ-Wirtschaftsverbandes. Der Vorsitzende übersetzt das Kürzel mit „Forschen, Anwenden, Digitalisieren und Zusammenwachsen“. Auf allen vier Feldern gibt Poth Einblicke in das, was im vergangenen Jahr geschehen ist.

Neuer Studiengang: Green Packaging

Das Wichtigste: Lichtenfels bekommt einen weiteren Master-Studiengang. „Der Arbeitstitel lautet Green Packaging. Mit Verpa, Lewell und Easy2cool haben wir drei starke Unternehmen bei uns in der Region, die daran forschen, die täglich Neuerungen anwenden und damit jetzt auch stärker zusammenwachsen können“, so Poth. Nachhaltige Verpackung werde bei immer mehr Versandhandel ein immer wichtigerer Aspekt. „Hier kann unsere Region rund um Lichtenfels wirklich ihre Stärken zeigen – da wollen wir handeln und diese Trends auch zu unserem Markenzeichen machen“, erklärt der Vorsitzende.

Die Region stärken, indem miteinander gedacht und gearbeitet wird, mache den FADZ-Wirtschaftsverband aus.


Die Mitglieder des Verbandes stehen für fast 3500 Arbeitsplätze in der Region.
Die Mitglieder des Verbandes stehen für fast 3500 Arbeitsplätze in der Region.

„Unsere 59 Mitgliedsunternehmen stehen auch für fast 3500 Mitarbeiter. Es ist auch für sie eine Verpflichtung, in die Zukunft zu blicken und sie aktiv zu gestalten“, so Poth. Dazu beitragen könne auch ein Siegel, das im vergangenen Jahr entstanden ist. „Partner der FADZ-Vision“ könne sowohl auf eine nach vorne gewandte Kultur hinweisen, als auch die Sichtbarkeit des Wirtschaftsverbandes erhöhen.

Lichtenfels hat ein hohes Potenzial

Stefan Klaus, Geschäftsführer der Bildungshäuser Vierzehnheiligen, und Kau Abele von KAU Invest sind als Mitglieder im vergangenen Jahr dem Verband beigetreten. „Die Vernetzung in der Region ist für uns wichtig. Wenn ich weiß, wer an welchen Themen arbeitet, können am Ende alle nur gewinnen. Auch im Hotel- und Seminarbereich schreitet die Digitalisierung schnell voran. Dafür brauchen wir starke strategische Partner“, sagt Klaus über seine Motivation, dem FADZ-Wirtschaftsverband beizutreten. „Lichtenfels hat von seiner Lage ein hohes Potenzial. Wir sind hier ein strategisch wichtiger Standort. Das FADZ ist einer der Katalysatoren, die das nach außen tragen“, so Abele.


Stefan Klaus lässt sich von einem Mitarbeiter des TTZ eine VR-Brille zeigen.
Stefan Klaus lässt sich von einem Mitarbeiter des TTZ eine VR-Brille zeigen.

Wirtschaftsverband, Zweckverband, Machbar und Hochschule sowie Technologie-Transfer-Zentrum sind die Säulen des FADZ, die eigenständig arbeiten – und in Ihrer Vielfalt zur Verwirrung beigetragen können. „Unter dem Titel FADZ-Vision führen wir jetzt die Hompages aller Beteiligten zusammen auf eine Plattform“, so Vorsitzender Poth. Damit soll, was nach innen immer gelebt wurde, auch nach außen sichtbar sein. Die Kirschbaummühle am Schützenanger ist das sichtbarste Projekt für jedermann. Hier ist der Zweckverband in der Pflicht und baut das alte Gebäude in neue Räume für Forschung, Entwicklung und Bildung um. Auch der Umbau selbst ist ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt. „Der FADZ Zweckverband hat Fördermittel bekommen, die unter anderem auch zeigen sollen, dass ein klimaneutraler Umbau eines solchen Gebäudes möglich ist“, sagt Poth. Er vertritt an der Mitgliederversammlung souverän den Geschäftsleiter des Zweckverbandes, Johannes Zeck. „Wir haben den Umbau unter Kontrolle. Und wir binden regelmäßig die Öffentlichkeit mit ein“, zitiert Poth den Zweckverband. Anfang 2028 soll die Kirschbaummühle bezogen werden.

46 Studierende derzeit in Lichtenfels

Für die Hochschule ist Prof. Dr. Markus Stark als Studiengangsleiter bei der Mitgliederversammlung und zeigt, was bisher geschah. „Wir haben uns von vier auf 46 Studierende entwickelt. Damit sind wir sehr zufrieden – das passt für uns und die momentanen Räumlichkeiten“, so der Professor. Jedes Jahr schreiben zehn bis 15 Studierenden an ihren Masterarbeiten – und machen das gerne auch in Kooperation mit regionalen Unternehmen. Es gibt in jedem Semester praxisnahe Module von je acht Wochen Dauer: „Für integrierte Projektarbeiten eignen sich Aufgabenstellungen aus regionalen Unternehmen besonders gut. Überlegen Sie, wo Sie eventuell etwas haben, was leichter zu bauen geht“, fordert Stark die Unternehmerinnen und Unternehmer zu Kooperationen auf. „Wir brauchen Bauteile oder Systeme mit mechanischer Belastung, damit wir zielgerichtet passende Strukturen berechnen können. Wo brauchen wir weniger, wo mehr Material“, erklärt er das Vorgehen.


Bernhard Lemmink von der Firma Lewell probiert Roboterarme am Stand des TTZ aus.
Bernhard Lemmink von der Firma Lewell probiert Roboterarme am Stand des TTZ aus.

Dr. Johannes Schütz leitet das Technologietransferzentrum Oberfranken am Standort Lichtenfels, das derzeit seine Räume in Bad Staffelstein hat. Auch das TTZ ist ein Baustein der FADZ-Vision. Schütz zeigt den Mitgliedern Praxisprojekte. Immer dann, wenn Fördergelder fließen, sind die Ergebnisse auch öffentlich. Für insgesamt fünf Jahre stünden für den Aufbau des TTZ vier Millionen zur Verfügung. „Wir sind die Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Hochschule. Derzeit arbeiten am TTZ 19 wissenschaftlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so Schütz. Den Erfolg misst er noch an einer anderen Zahl: „Im Rahmen von Projekten für die Industrie und das Handwerk konnten wir zusätzlich über sieben Millionen Euro an Forschungsgeldern generieren.“ Somit stehen die Chancen gut, dass das TTZ auch nach dem Förderzeitraum weiterbestehen bleibt.

Kaminabend mit Landrat Christian Meißner

„Der Wirtschaftsverband ist Partner der Wirtschaft, er ist Partner für den Nachwuchs, Partner für die Politik und auch für die Hochschule“, benennt Poth den Kern des Netzwerkes. „Partner sein bedeutet, immer in beide Richtungen zu kommunizieren und zu handeln.“ Wie er sich das vorstellt zeigt er an zwei Beispielen. So gibt es beispielsweise eine Karriereseite des FADZ Wirtschaftsverbandes. „Über einen QR-Code kommt man so zu immer aktuellen Angeboten – weil die Karriereseiten von 54 Mitgliedsunternehmen dort zusammengeführt werden. Und jeder hält seine eigene Seite selbst aktuell“, erklärt Poth. Ein anderer Austausch für die Mitglieder des Wirtschaftsverbandes ist im September geplant. „Da werden wir in kleiner Runde einen Kaminabend mit Landrat Christian Meißner anbieten.“

Zum Abschluss der Mitgliederversammlung stand der persönliche Austausch im Mittelpunkt. In lockerer Atmosphäre wurden Gespräche vertieft, neue Kontakte geknüpft und Ideen für die weitere Zusammenarbeit entwickelt.


Fotos: Tim Birkner

 
 
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