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„Erst einmal zuhören und verstehen“

vor 30 Minuten
3 Min. Lesezeit

Warum erfolgreiche KI-Projekte vor allem bei Menschen, Prozessen und klaren Zielen beginnen

„Des ham mer scho immer so gmacht.“ Unter diesem Titel lud der FADZ-Wirtschaftsverband zu einem Impulsvortrag rund um die Einführung Künstlicher Intelligenz in Unternehmen ein. „Jedes Unternehmen hat seine eigene Geschichte, seine eigenen Stärken und die Menschen, die es geprägt haben. Deshalb kann es für Veränderungen keine Patentrezepte geben. Einer meiner wichtigsten Grundsätze lautet: Erst einmal zuhören und verstehen. Denn wer eine gute Lösung sucht, muss zuerst das eigentliche Problem finden“, sagt Referentin Manuela Körner.

Sie macht deutlich, dass erfolgreiche KI Projekte weit mehr erfordern als die Auswahl der richtigen Technologie. Im Mittelpunkt ihres Vortrags steht eine fiktive fränkische Firma, die sich auf den Weg macht, Künstliche Intelligenz im eigenen Unternehmen einzusetzen. Dabei begegnen den Zuhörerinnen und Zuhörern viele Situationen, die aus dem betrieblichen Alltag nur allzu bekannt erschienen.

Manuela Körner bei ihrem Vortrag in der machbar. Foto: Andreas Poth
Manuela Körner bei ihrem Vortrag in der machbar. Foto: Andreas Poth

Körner kennt die fränkischen Eigenheiten: „Ich bin in Oberfranken verwurzelt und habe mich ganz bewusst entschieden, hier zu bleiben und meine Firma Four Wings hier aufzubauen. Unsere Region hat viele starke Unternehmen, gerade im Mittelstand. Ich möchte dazu beitragen, dass unser liebens- und lebenswertes Franken auch in Zukunft eine starke wirtschaftliche Heimat bleibt.“

Unterschiedliche Erwartungen innerhalb der Belegschaft, gewachsene Abläufe, fehlende Abstimmung, unklare Zielsetzungen und die Frage, wer eigentlich für welche Schritte verantwortlich ist, zeigte sie in der Machbar in einem fast szenischen Spiel, um dann auf die Analyseebene zu wechseln. „So kann jede und jeder verstehen, was da gerade passiert – und warum. Wichtig ist, die Struktur zu erkennen, um sie gegebenenfalls auch verändern zu können“, so Körner.

Viele Teilnehmenden erkennen sich beziehungsweise ihre Firma wieder. Das sorgt dafür, dass der Vortrag schnell zum Dialog wird. Bereits während der Präsentation kommen erste Rückmeldungen, Erfahrungen und Fragen aus dem Teilnehmerkreis. Gerade dieser Austausch macht deutlich, wie unterschiedlich Unternehmen derzeit mit dem Thema Künstliche Intelligenz umgehen und wie groß gleichzeitig das Interesse an konkreten und praktikablen Lösungen ist.

Vom Vortrag direkt in die Diskussion

Manuela Körner im Dialog mit den Teilnehmenden. Foto: Andreas Poth
Manuela Körner im Dialog mit den Teilnehmenden. Foto: Andreas Poth

Nach dem Vortrag schließt sich ein Austausch an. Im Mittelpunkt stehen ganz praktische Fragen aus dem Unternehmensalltag. Wo beginnt ein sinnvolles KI Projekt? Welche Prozesse eignen sich überhaupt? Wie nimmt man Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit? Wie lassen sich Vorbehalte abbauen? Und wie verhindert man, dass neben dem laufenden Tagesgeschäft zahlreiche Einzelprojekte entstehen, denen am Ende Zeit, Verantwortlichkeit oder eine klare Zielsetzung fehlen?

Gerade dieser offene Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmerinnen und Unternehmern, Führungskräften, Studierenden und Referentin entsprach dem Anspruch des FADZ Wirtschaftsverbandes, neue Themen nicht nur theoretisch zu behandeln, sondern Unternehmen miteinander ins Gespräch zu bringen und konkrete Impulse für die Praxis zu schaffen.

KI Einführung ist auch Veränderungsmanagement

Manuela Körner verdeutlicht immer wieder, dass die Einführung von Künstlicher Intelligenz auch eine Form von Veränderungsmanagement ist. Wer lediglich neue Werkzeuge bereitstellt, ohne bestehende Abläufe und Verantwortlichkeiten zu hinterfragen und die Beschäftigten einzubeziehen, wird das mögliche Potenzial nur schwer ausschöpfen können.

Mit ihrem Unternehmen Four Wings bietet Körner deshalb nicht nur Vorträge und Moderationen zu diesen Themen an. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Begleitung und Projektsteuerung von Unternehmen, die Veränderungs- oder KI Projekte umsetzen möchten, dafür intern aber nicht über ausreichende zeitliche Ressourcen oder entsprechende Erfahrung verfügen.

„Dahinter steckt eine bewusste Entscheidung für meinen methodischen Ansatz: Ich betrachte jede Herausforderung aus den Perspektiven Ziele, Menschen, Prozesse und Technologie, ohne eine davon von vornherein in den Vordergrund zu stellen. Denn erst wenn ich das Zusammenspiel verstanden habe, kann ich gemeinsam mit dem Unternehmen herausfinden, wo Veränderungen sinnvoll sind und wie sie gelingen können“, so Körner.

Fortsetzung der FADZ Vortragsreihe am 26. November

Am 26. November um 15 Uhr setzt Manuela Körner die FADZ Vortragsreihe in der MACHBAR mit einem weiteren Impuls fort. Unter dem Titel „Huber, jetzt machen Sie doch endlich KI!“ geht es diesmal um einen weiteren verbreiteten Irrtum bei der Einführung Künstlicher Intelligenz: die Annahme, KI sei in erster Linie ein IT-Projekt.

Der Vortrag greift damit Fragestellungen des ersten Termins auf und führt sie konsequent weiter, kann aber ebenso unabhängig davon besucht werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum bei KI-Projekten plötzlich ein erheblicher Teil der Aufgaben auf dem Schreibtisch der Geschäftsführung landet und welche Verantwortung Führung, Organisation und Projektsteuerung tatsächlich übernehmen müssen.

Damit verschiebt sich die Perspektive vom grundsätzlichen Umgang mit Veränderung hin zur konkreten Verantwortung innerhalb des Unternehmens. Wer entscheidet über Ziele und Prioritäten? Wer schafft die notwendigen Rahmenbedingungen? Wer bindet die Mitarbeiter ein? Und wer sorgt dafür, dass aus ersten KI Ideen ein strukturiertes und tragfähiges Projekt wird?

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